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26.05.2019

 

 

Kapriolen am Himmel - Segelkunstflug in Walldürn

Wie seit 30 Jahren alle Jahre wieder trainieren in der Zeit von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten die besten Segelkunstflugpiloten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Flugplatz in Walldürn. Das Trainingslager findet unter der Aufsicht der Weltmeisterschafts-Schiedsrichter Georg Dörder und Werner Gühring statt, die beides Aktive des FSCO sind. Segelkunstflug ist ‚die hohe Schule‘ des Segelflugs, die eine sichere Beherrschung eines Segelflugzeugs in allen Lagen im Raum – also angewandte Flugsicherheit, die Spaß macht - und das antriebslos und fast vollkommen geräuschfrei.

Der Pilot geht an seine Leistungsgrenzen und in den fliegerischen Grenzbereich seines Segelflugzeuges, ohne diese Grenzen jemals zu überschreiten. Für ihn selbst gilt es körperlich fit zu sein, Belastungen, wie die mehrfache Erdbeschleunigung (G-Last) auszuhalten und immer die Lage des Flugzeugs in der Luft zu kennen und diese sicher zu steuern. Beim Segelkunstflug bewegt er sich in den Geschwindigkeitsbereichen vom Stillstand bis zur Höchstgeschwindigkeit und das sowohl in Normalfluglage, wie auch in Rückenfluglage. Er fliegt Belastungen, bei denen er mit der mehrfachen Erdbeschleunigung in den Sitz gepresst wird oder bei negativer G-Last in die Anschnallgurte gedrückt wird.

Er malt Flugfiguren in den Himmel, wie ein Überschlag, auch Looping genannt, Rollen, Trudeln oder auch senkrechter Steigflug mit einer anschließenden Drehung nahezu im Stillstand mit anschließendem Sturzflug, genannt Turn oder Hammerhead. Lässt er sein Flugzeug bewusst rückwärts fallen, nennt er das Männchen oder Tailslide. Hinzu kommen Rotationsfiguren (Trudeln nach oben) und Tumbling (Taumel) Manöver.

Der Kunstflug entstand ursprünglich aus Angriffs- und Abwehrflugmanöver der Kriegsfliegerei und wurde, wie viele militärische Tätigkeiten, z. B. das Schießen oder Fechten schließlich zu einer Sportart, die auch im Wettbewerb betrieben werden kann, weiterentwickelt. Selbstverständlich wurde auch das „Sportgerät“ weiterentwickelt und so gibt es Segelflugzeuge mit denen neben der normalen Flugausbildung auch Kunstflug ausgebildet werden kann, Segelflugzeuge die sowohl für den Streckensegelflug und einfachere Kunstflugmanöver genutzt werden können, bis hin zu speziellen Kunstflugseglern, die man auch als die „Formel eins Flugzeuge der Luft“ bezeichnen kann. Wie jede andere Sportart im Wettbewerb erfordert Segelkunstflug ein hohes Maß an Training und Können, um die geforderte Leistung zum richtigen Zeitpunkt abrufen zu können. Beim Wettbewerbskunstflug werden verschiedene Flugprogramme geflogen und von mehreren Schiedsrichtern nach festgelegten Kriterien bewertet.

Bei schönem Flugwetter werden die tollsten Kapriolen am Himmel zu sehen sein. Aber auch die Theorie, wie Steuertechnik, Aerodynamik, Bewertung der Figuren, sowie mentales Training wird nicht zu kurz kommen. Natürlich hoffen wir, dass auch in diesem Jahr, wie auch in den vergangenen Jahren, wieder der ein oder andere „Deutsche Meister“ und/oder „Weltmeister“ aus der „Walldürner Kunstflugschule“ hervorgehen wird.

Der Segelkunstflug lässt sich hervorragend von der Terrasse des ‚Fliegerstübchens‘ am Flugplatz Walldürn beobachten. Freitags sowie an Wochenend- und Feiertagen ist die Gaststätte geöffnet und freut sich auf Gäste!

 

 

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  14.05.2009 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

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